Professioneller Zufahrtsschutz bei Veranstaltungen

🔒 Mehr als nur eine Sperre – warum professioneller Zufahrtsschutz heute unverzichtbar ist

Von Daniel Schröder | Geschäftsführer von Exact Security

🚗 Ein einziges Fahrzeug kann alles verändern …

… und genau deshalb beginnt professioneller Zufahrtsschutz nicht erst am Veranstaltungstag.

Dieser Satz klingt im ersten Moment vielleicht drastisch. Tatsächlich beschreibt er aber genau das, worüber wir uns bei jeder Veranstaltung Gedanken machen. Ob ein Weihnachtsmarkt in der historischen Marburger Altstadt, ein großes Stadtfest in Hannover, ein Open-Air-Konzert in Kassel, ein Festival in Gießen oder eine Firmenveranstaltung auf einem Werksgelände – überall kommen Menschen zusammen, um gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen.

Genau das soll auch so bleiben. Die meisten Besucher machen sich dabei keine Gedanken darüber, wie viel Planung und Vorbereitung notwendig sind, bevor überhaupt der erste Gast das Veranstaltungsgelände betritt. Und ehrlich gesagt … Das müssen sie auch nicht. Denn genau dafür gibt es Veranstalter, Behörden, Sicherheitsdienste und spezialisierte Fachunternehmen, die sich bereits Wochen oder sogar Monate vor einer Veranstaltung intensiv mit dem gesamten Sicherheitskonzept beschäftigen.

Dabei geht es längst nicht nur um den Zufahrtsschutz. Ein professionelles Veranstaltungskonzept berücksichtigt unter anderem die Verkehrsplanung, die Verkehrssicherung, den Sicherheitsdienst, Flucht- und Rettungswege, Besucherströme sowie den passenden Zufahrtsschutz.

Erst wenn alle diese Bereiche sinnvoll aufeinander abgestimmt sind, entsteht ein Sicherheitskonzept, das im Ernstfall funktioniert und gleichzeitig einen reibungslosen Veranstaltungsablauf ermöglicht.

Gerade bei größeren Veranstaltungen greifen diese Bereiche wie Zahnräder ineinander. Fehlt ein Baustein oder wird er nicht ausreichend berücksichtigt, kann das Auswirkungen auf das gesamte Sicherheitskonzept haben.

Ich werde häufig gefragt: „Welche Fahrzeugsperre ist eigentlich die beste?“ Meine Antwort überrascht viele. Es gibt nicht die eine beste Fahrzeugsperre. Es gibt nur die richtige Lösung für den jeweiligen Einsatzort. Und genau das unterscheidet professionellen Zufahrtsschutz von einer einfachen Absperrung.

Viele Menschen glauben, Zufahrtsschutz bedeutet, einige mobile Fahrzeugsperren vor eine Straße zu stellen und damit sei das Thema erledigt.

In der Praxis beginnt unsere Arbeit jedoch deutlich früher.

Bereits lange vor einer Veranstaltung finden Ortsbesichtigungen, Abstimmungsgespräche und gemeinsame Planungen mit Veranstaltern, Behörden, Polizei, Feuerwehr und weiteren Beteiligten statt. Ziel ist es, für jede einzelne Zufahrt die passende Lösung zu entwickeln.

Heute stehen dafür weltweit mehrere hundert unterschiedliche Zufahrtsschutzsysteme zur Verfügung. Jedes dieser Systeme wurde für bestimmte Einsatzbereiche entwickelt und besitzt unterschiedliche technische Eigenschaften.

Viele kennen Namen wie Pitagone F18MiframOktaBlockArmis One oder Safety Claw. Doch die eigentliche Frage lautet nicht, welches System das bekannteste oder schwerste ist.

Die entscheidende Frage lautet: Welches System passt optimal zu genau diesem Veranstaltungsort?

Bevor wir überhaupt ein Zufahrtsschutzsystem auswählen, analysieren wir zunächst die örtlichen Gegebenheiten.

  • Wie breit ist die Zufahrt?
  • Wie lang ist die mögliche Beschleunigungsstrecke?
  • Befinden wir uns mitten in einer historischen Altstadt mit engen Gassen oder auf einer breiten mehrspurigen Straße?
  • Wo verlaufen Flucht- und Rettungswege?
  • Welche Zufahrten müssen für Feuerwehr oder Rettungsdienst jederzeit nutzbar bleiben?
  • Wie viele Besucher werden erwartet?
  • Und wie viel Platz befindet sich zwischen einer möglichen Fahrzeugsperre und den ersten Besuchern?

All diese Fragen entscheiden später darüber, welches System überhaupt infrage kommt. Denn jede Veranstaltung bringt völlig unterschiedliche Voraussetzungen mit sich. Ein Weihnachtsmarkt in der Marburger Altstadt stellt andere Anforderungen als ein großes Stadtfest in Hannover oder ein Open-Air-Konzert in Kassel.

Genau deshalb gibt es keine Standardlösung.

Ein Begriff, den außerhalb unserer Branche nur wenige Menschen kennen, spielt dabei eine besonders wichtige Rolle:

Die Eindringtiefe.

Sie gehört zu den wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines geeigneten Zufahrtsschutzsystems. Vereinfacht erklärt beschreibt sie den Bereich, den ein Fahrzeug nach einer Kollision mit einer Fahrzeugsperre unter bestimmten Bedingungen noch zurücklegen könnte.

Warum ist das so wichtig? Stellen wir uns zwei Veranstaltungen vor:

Bei einem Weihnachtsmarkt in einer historischen Altstadt wie Marburg befinden sich die ersten Besucher häufig bereits wenige Meter hinter der Fahrzeugsperre. Auf einem weitläufigen Festivalgelände oder einer großen Veranstaltungsfläche wie z.B. in Frankfurt stehen dagegen oft deutlich größere Sicherheitsbereiche zur Verfügung. Auch die mögliche Anfahrtsgeschwindigkeit spielt eine entscheidende Rolle. Kann ein Fahrzeug aufgrund enger Straßen oder Kurven nur langsam beschleunigen? Oder führt eine lange, gerade Straße direkt auf die Veranstaltungsfläche zu?

Zusätzlich fließen Faktoren wie Straßenbreite, Untergrund, Gefälle, Lieferverkehr, Besucherströme sowie die Anforderungen von Veranstaltern und Genehmigungsbehörden in die Planung ein. Erst wenn alle diese Punkte bewertet wurden, entscheiden wir gemeinsam, welches Zufahrtsschutzsystem die passende Lösung darstellt.

Denn professioneller Zufahrtsschutz bedeutet nicht, möglichst viele Fahrzeugsperren aufzustellen.

Professioneller Zufahrtsschutz bedeutet, für jede Veranstaltung die technisch und organisatorisch beste Lösung zu entwickeln.

💬 Mein persönliches Fazit

In den vergangenen Jahren durfte ich viele Veranstaltungen begleiten – vom kleinen Weihnachtsmarkt bis hin zu Großveranstaltungen mit mehreren zehntausend Besuchern.

Dabei habe ich eines gelernt:

Nicht die Fahrzeugsperre macht eine Veranstaltung sicher.

Sicher wird eine Veranstaltung erst dann, wenn Verkehrsplanung, Verkehrssicherung, Sicherheitsdienst und Zufahrtsschutz als Gesamtkonzept gedacht werden und alle Beteiligten eng zusammenarbeiten.

Genau deshalb gibt es aus meiner Sicht keine Standardlösung.

Jede Veranstaltung ist anders.

Und genau deshalb verdient auch jede Veranstaltung ihr eigenes Sicherheitskonzept.